Minilektionen in Pétanque
Psychologie beim Boule

Vorwort des Buches

Das Boule-Spiel Pétanque erlebt seit einigen Jahren einen großen Popularitätszuwachs; vor allem in Ländern außerhalb des frankophonen Raumes. „Boule“ (eigentlich boules) wird das Spiel mit den Eisenkugeln genannt, wenn man vom Freizeitsport  spricht; „Pétanque“, wenn die sportliche Seite im Vordergrund steht. In Deutschland   gibt es etwa 1 Million Freizeitspieler (Frankreich: 8 Millionen), etwa 600 Vereine  und von den organisierten Mitgliedern haben knapp 14 000 eine Lizenz. Jedes Jahr – so schätzt der DPV (Deutscher Pétanque Verband) – spielen 150 000 Menschen   das Spiel mit den Eisenkugeln. Die Anforderungen sind gering, die Regeln einfach und die Kugeln preiswert. Einführende Literatur gibt es, meist reichen auch ein paar Erklärungssätze von Boule-Spielern aus, und schon ist man dabei. Für wen ist dann dieses Buch geschrieben?

Für alle Personen, für die Boule mehr ist als ein schönes Freizeitvergnügen! Dazu trifft man sich im Park oder auf dem Boule-Platz zum Spielen, ohne dass  eine besondere Leistung gezeigt werden soll. Es geht um Entspannung und Spielspaß, um soziale Kontakte bei einem gesunden Zeitvertreib. Egal wie es einem geht, man lässt die Alltagsbefindlichkeiten hinter sich, schiebt den täglichen Ärger beiseite für eine leichte körperliche Betätigung.

Auf diese Weise wird sicherlich schon etwas an sportlicher Leistung gezeigt   – aber jeder spielt nach seinen Möglichkeiten und die meisten spielen mal gut, mal schlecht. Beim Boule als Freizeitspaß steht die Anregung anstelle von Leistung im Vordergrund. Kooperation hat einen höheren Stellenwert als Wettbewerb und wechselnde Erfahrungsmöglichkeiten sind wichtig. Sobald aber der Spaß auch zur Disziplin wird, ist es meist vorbei mit dem Boule-Spiel. Daher dürfte dieses Buch besonders für diejenigen Interessenten am Boule-Spiel geeignet sein, für die auch Begriffe wie Leistung, Wettbewerb und Disziplin im Zusammenhang mit ihrem geliebten Freizeitsport interessant sind. Der erste Teil des Buches behandelt jedoch Grundlagen, die für alle hilfreich sein dürften.

Es richtet sich auch an die ambitionierte  Pétanquespielerin und an den   ambitionierten Pétanquespieler, die ihre Spielweise verbessern möchten und zu verstehen versuchen, woher die Leistungsunterschiede beim Spielen kommen. (Im Interesse der Lesbarkeit werden im folgenden Text beim Sprachgebrauch nicht mehr jedes Mal beide Geschlechter genannt, dies beinhaltet keine gemeinte Diskriminierung der Frauen im Pétanquesport). Es wird versucht, Antworten auf folgende Fragen zu geben: Wie soll man trainieren, wie kann man sich sportlich verbessern? Wie spielt man beständiger?

Wenn man anfängt, zu Turnieren zu fahren und sich intensiver mit Pétanque beschäftigen möchte, wird oft  deutlich werden, dass psychologische Themen hier eine große Rolle spielen. Ganz wenige, einfach zu lernende Bewegungsvorgänge beständig und präzise ausführen zu können – das ist beim Pétanque wichtig und dazu bedarf es hauptsächlich psychischer Fähigkeiten! Diese werden in diesem Buch auch behandelt, hier füllt es hoffentlich eine Lücke.

Auf die Zitierung von wissenschaftlichen Belegen wird verzichtet. Bei den beschriebenen Zusammenhängen handelt es sich jedoch um anerkannte Erkenntnisse allgemeinpsychologischer und sportpsychologischer Forschung und Praxis.